
Die wenigsten DoktorandInnen können ihre Dissertation privat finanzieren, beispielsweise mit Hilfe der Eltern oder des Partners/der Partnerin. Häufig bildet eine Teilzeitarbeit die ökonomische Basis. Für AssistentInnen der Universität gibt es zudem verschiedene Finanzierungsmodelle.
Lehrstuhlassistenz
Die ArbeitnehmerInnen haben gemäss Reglement das Recht, einen
gewissen Teil ihrer bezahlten Arbeitszeit für ihr Dissertationsprojekt
aufzuwenden. In der Praxis ist dies oft nicht möglich, weil die
anfallenden Arbeiten des Lehrstuhls die ganze Arbeitszeit beanspruchen.
Es ist wichtig, diese Situation mit dem Arbeitgeber zu klären. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass während der Semesterferien mehr Arbeitszeit für die Dissertation eingesetzt werden darf, dafür wird während des Semesters die eigene Forschungstätigkeit zurückstehen müssen.
Forschungsassistenz an der Universität
Falls Ihre Dissertation direkt ein Teil eines bestehenden
Forschungsprojekts ist, arbeiten Sie während der Arbeitszeit an Ihrer
Dissertation, sind jedoch ziemlich schlecht bezahlt. Falls Ihre
Dissertation nicht identisch ist mit der Arbeit, die Sie für die
Universität machen, ist die Bezahlung höher, dafür müssen Sie Ihre
Dissertation zum Teil in der Freizeit, also unbezahlt, schreiben.
Aber auch hier gilt: Ihr Arbeitgeber entscheidet, unter welchen Bedingungen Sie doktorieren, also sprechen Sie in Ihrem Bewerbungsgespräch darüber, wie er sich Ihre Anstellung vorstellt!
Ausseruniversitäres Forschungsprojekt
Es ist unter Umständen möglich, eine Dissertation innerhalb eines
ausseruniversitären Forschungsprojekts (im Rahmen einer Anstellung) zu
schreiben. Fragen lohnt sich! Die Betreuung findet jedoch wie bei den
anderen Modellen am Lehrstuhl einer Universität statt.
Eigenes Forschungsprojekt
Schliesslich gibt es beim SNF (Schweizerischer Nationalfond) die
Möglichkeit, Stipendien zu beantragen. Diese werden jedoch erst gegen
Ende der Doktoratsphase gewährt, wenn erste Forschungserfolge
nachgewiesen werden können.
Dissertation in der Freizeit schreiben
Falls Sie eine gut bezahlte Teilzeitstelle ausserhalb der
Universität innehaben oder Sie aus Gründen der Arbeitsteilung mit Ihrem
Partner/Ihrer Partnerin nicht ausser Haus arbeiten, besteht die
Möglichkeit, eine Dissertation zuhause in Ihrer Freizeit zu verfassen.
Dieses Modell hat neben einem grossen persönlichen Freiraum den Nachteil, dass Sie sich die Kontakte zu Forschenden selber organisieren müssen.
Hier wäre es nützlich, einen Doktorvater anzufragen, der seinerseits eine Infrastruktur für DoktorandInnen anbietet (z. B. regelmässige Treffen der DoktorandInnen, die den Stand ihrer Arbeit zur Diskussion stellen).